Starre / Kältestarre
Informationen zum Umgang mit Futterinsekten
Diese Übersicht enthält wichtige Hinweise zur richtigen Handhabung, zum Versand, zur Fütterung und zur Haltung von Futterinsekten für Reptilien.
Versand bei niedrigen Temperaturen
Bei Temperaturen zwischen -10 °C und +3 °C fallen viele Futterinsekten in eine sogenannte Kältestarre. Die Tiere sind in diesem Zustand nahezu bewegungslos, jedoch nicht tot.
Hinweise nach Erhalt der Lieferung:
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Tiere möglichst zeitnah aus dem Versandkarton entnehmen
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Kein direktes Erwärmen auf Heizkörpern oder Wärmequellen
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Langsame Erwärmung bei 18–22 °C (Zimmertemperatur)
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Nach 3–5 Stunden erholen sich die Tiere in der Regel wieder
Ein zu schnelles Erwärmen kann zu einem Hitzeschock führen und die Lebensdauer der Insekten deutlich verkürzen oder diese gar töten.
Kälteresistenz der Futterinsekten
Gute Kälteresistenz:
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Wander- & Wüstenheuschrecken (mittel & groß)
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Heimchen (mittel)
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Zweifleckgrillen (mittel & groß)
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Steppengrillen (mittel)
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Mehlwürmer, Wachsmaden, Rosenkäferlarven
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Drosophila
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Argentinische Schaben
Mittlere Kälteresistenz:
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Wander- & Wüstenheuschrecken (klein)
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Heimchen (klein & groß)
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Zweifleckgrillen (klein)
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Steppengrillen (klein & groß)
Geringe Kälteresistenz:
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Mikro-Heimchen
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Weiße Asseln
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Springschwänze
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Zophobas
Bei Temperaturen unter -5 °C wird vom Versand besonders kälteempfindlicher Arten abgeraten.
Fütterung und Nährstoffanreicherung (Good Loading)
Während des Transports entleert sich der Verdauungstrakt der Futterinsekten weitgehend. Um den Nährwert vor dem Verfüttern zu erhöhen, empfiehlt sich eine kurzzeitige Vorfütterung („Good Loading“) mit pflanzlicher Nahrung. Zusätzlich kann ein Vitamin- und Mineralstoffpräparat verwendet werden.
Geeignetes Frischfutter:
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Karotte, Gurke
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Apfel, Banane, Birne
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Salatsorten (nicht für Heuschrecken geeignet)
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Gekeimter Weizen
Geeignetes Trockenfutter:
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Heimchen- und Grillenpellets
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Kleie (Lebensmittelqualität)
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Fischfutter, Hundeflocken
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Altes Brot oder Brötchen
Frischfutter sollte stets rückstandsfrei und gewaschen angeboten werden.
Die Kombination aus Frisch- und Trockenfutter ist notwendig, um den Feuchtigkeitshaushalt auszugleichen.
Haltung der Futterinsekten
Versand- und Transportdosen sind nicht für die dauerhafte Haltung geeignet. Für die Unterbringung werden empfohlen:
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Glattwandige Kunststoffboxen
Mehrere ähnliche Arten können gemeinsam in einem Behälter gehalten werden (z. B. Heimchen & Steppengrillen oder Wander- & Wüstenheuschrecken).
🚫 Futterinsekten dürfen nicht mit Wasser besprüht werden.
Artenspezifische Hinweise
Heimchen, Steppengrillen, Zweifleckgrillen, Argentinische Schaben
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Haltung: unkompliziert, Eierkartons als Versteck- und Klettermöglichkeit
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Unterbringung: Faunabox, Cricket Box, glatte Kunststoffboxen
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Futter:
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Trocken: Pellets, Kleie, Fischfutter, Brot
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Feucht: Obst, Gemüse, Watergel
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Temperatur: 18–24 °C
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Nur männliche adulte Grillen/Heimchen zirpen.
Wander- & Wüstenheuschrecken
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Kein Watergel, nicht besprühen
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Unterbringung: Faunabox, Cricket Box, glatte Kunststoffboxen
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Futter:
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Trocken: Kleie, Haferflocken, Heu
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Feucht: Karottenraspel, gekeimter Weizen, unbehandeltes Wiesengras
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Temperatur:
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Nach Feuchtfutter für 3–5 Stunden 25–30 °C
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Danach 18–24 °C
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Zophobas, Mehlwürmer, Buffalowürmer
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Haltbarkeit: mehrere Wochen
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Unterbringung: große Grundfläche, Substrat aus Würmern und Kleie (1:1)
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Futter:
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Trocken: Kleie, Haferflocken
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Feucht: Obst, Gemüse, eingeweichtes Brot
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Temperatur:
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Mehlwürmer: 10–25 °C
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Zophobas & Buffalo: 15–25 °C
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Drosophila, Terfly, Stubenfliegen
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Entwicklung temperaturabhängig
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Im Kühlschrank sehr lange haltbar
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Unterbringung: Verbleiben in den Transportdosen
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Futter: nicht erforderlich
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Temperatur: 5–25 °C